umzonen

Lea-Nina Fischer

umzonen

Viele Leute in oder aus Ernen besitzen Boden, auf den Quadratmeter genau «eingezontes» Land. Das Dorf erstreckt sich über 35.4km2. Was ist ein Quadratmeter Ernen? Lea-Nina Fischer verwendet in ihrer Arbeit umzonendieses Mass als Grösse, um Definitionen von öffentlichem und privatem Besitz und Raum zu untersuchen. Hierfür nimmt sie die Bodenbeschaffenheit und -gestaltung unter die Lupe: Wie werden Grenzen von Privatem zu Öffentlichem markiert, inwiefern verändern sie sich und wie wird Bewegung im Raum gesteuert?

Fischer bedruckt zwölf 1m2-Stücke Asphalt-Klebefolie mit verschiedenen Bodencollagen und appliziert diese auf dem Boden des Dorfplatzes. Das Sichtbarmachen und Verschieben von bereits Vorhandenem legt offen, wo wir mit unserem Verhalten der Intuition folgen und wodurch wir durch eindeutige Zeichen gesteuert werden.

Die mit dem Titel der Arbeit angesprochene Umzonung lässt Fragen nach Ortsbild- und Landschaftsschutz sowie politischen Entscheidungen und deren Verquickung mit ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen anklingen. Eine Umzonung stellt die Änderung der Nutzungszonenzuweisung für Grundstücke dar, die mit der Revision des Raumplanungsgesetzes schweizweit aktuell ist. Wird Bauland «ausgezont», ist es nur noch landwirtschaftlich nutzbar oder wird zur Landschaftsschutzzone. Die Umzonung ist stets ein Akt des Ein- und Auszonens und somit des Ein- und Ausschliessens. Mittels Überlappungen und Verschiebungen hinterfragt Fischers Intervention Festschreibungen und schlägt vor, starre Grenzen aufzuweichen und über alternative, gemeinschaftliche Zonen nachzudenken. 

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